Kategorie: Poesie

„Vielleicht ist der Mensch das furchtsamste Wesen, da zu der elementaren Angst vor Freßfeinden und feindseligen Artgenossen intellektuell begründete Existenzängste hinzukommen“. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, österreichischer Verhaltensforscher und Zoologe Beitragsbild: Wandschmuck von Katrin Pauline Müller, Dezember 2017

Töne fliegen wie Vögel.

Die Tram ist voll mit Menschen und schwankt aufgeregt vor und zurück. Wir laufen in Schwarm und Schlange durch die kalte Luft, an der Spree entlang die im Dunkel liegt. Wie früher bei Nachtwanderungen auf einem Pfad. Das Funkhaus haut mich jedes Mal um. Ich…

welche Frequenz ich wähle.

Angst, überall Angst. Angst klebt in der Luft und in den Augen der Menschen. Flache Atmung, feuchte Hände und ein verknoteter Bauch. Menschen distanzieren sich. Menschen schüchtern andere Menschen ein. Menschen verteidigen und erklären sich. Die Angst überall lässt mich manchmal verzweifeln. Dann spüre ich…

wie Motten ins Licht.

Glücklich. Ganz ehrlich. Nicht versteckt und nicht bedeckt. Strahlend ansteckend. Glücklich. Wie der Vollmond im November. Voll und rund. Hell und im Moment. Dankbar. Mutige Menschen. Die weitergehen mit Schmerz. Und ihrer Angst davor. Dankbar. Kraftvolle Menschen. Doppelter Espresso. Leuchtend. Nicht versteckt und nicht bedeckt.…

ewig

Ein paar Jahre atmen ist ein kaum hörbares Seufzen in meiner ewigen Seele. Und erleichtertes Platz nehmen auf dem Liegestuhl, das Gesicht Richtung Sonne. Beitragsbild: Katrin Pauline Müller

Yoda

Meine rechte Hüfte schmerzt bei Druck und Gewalt. Sobald jemand neben mir Stress macht oder Kontrolle über mich ausüben möchte, weil die eigene Angst stark ist. Dann schmerzt meine rechte Hüfte. Sie verdreht sich. Und dreht die ganze Wirbelsäule mit. Und die rechte Niere macht…

und das alles in ein paar Augenblicken

Gezogen von Sinnlichkeit. Rauschen vom Wind. Verschwommenes Sehen mit Tränen und Kissen mit Wurzeln. Empfindungen die kalt und salzig sind. Oder warm und duftend wie Birnen. Sie lässt die Lippen fallen. Lässt sich in ihre Arme sinken und das Bild wird weich. Voll da. Klavier…

über Generationen

Von einer Frau zur nächsten weitergegeben. Mit Muttermilch und Muskeltonus. Stress und Glück in jeder Zelle. Jeder Atemzug verinnerlicht. Nie ausruhen, nie ganz glücklich. Von einem Mann zum nächsten weitergereicht. In jedem Wort und in jeder Tat. Verwundete Könige werden zu Tyrannen. Helden sind verboten.…

Augen suchen

Spüre Erinnerungen in mir. Klar wie nie zuvor. Bilder fehlen. Das verwirrt mich. Ich suche nach passenden Bildern. Und höre Geräusche. Rieche. Spüre Empfindungen auf der Haut und tiefer. Wie wichtig sind Bilder? Brauche ich Bilder zur Klarheit? Als Beweis? Meine Augen suchen. Es ist…