auf hoher See

Das Wort „führen“ fiel die letzten Tage so oft und mir wird dabei nicht mehr übel.

Doch fallen mir unendlich viele Erfahrungen ein, in denen ich miserabel geführt wurde.
Früher oder später habe ich gestreikt.

Führung durch Druck und Angst.
Durch klein halten und für dumm verkaufen.
Abzocken von vorhandener menschlicher Energie.
Im Gegenzug eine kleine Überweisung auf ein Konto bei der Sparkasse.

Viele „Leader“ haben selbst massive Ängste und reagieren diese unreflektiert an den Menschen ab, für die sie Verantwortung übernommen haben.
Viele Führer sind Sadisten oder Psychopathen.
Mit Machtgefühl und ohne Mitgefühl.

Menschen mit Mitgefühl stolpern oft über ihre Gefühle.
Wenn ich konstant darüber nachdenke was jemand über mich denkt, dann werde ich kompliziert führen.
Wenn ich davon abhängig bin gemocht zu werden, dann wird meine Art zu führen unsicher und kraftlos sein.

Die wenigen Menschen von denen ich mich bisher gerne habe führen lassen, haben ein Herz.

Sie haben den Mut ein soziales Wesen zu sein, das seinen eigenen Weg geht.
Sie haben den Mut gemeinsam mit ihrem Gewissen zu führen.
Und sie können ihre eigenen Emotionen führen.

Ich bin dankbar, wenn ein Mensch neben mir für einen Moment die Verantwortung übernimmt oder sie mit mir teilt.
Passiert nicht oft.

So ein Mensch ist für mich Saul Williams.
Er ist weder Politiker noch Geschäftsführer.
Er ist Dichter, Musiker, Schauspieler und vieles mehr.

Der sehr politische und sehr charismatische Künstler geht seit Jahren konsequent seinen Weg und sagt seine Meinung mit dem Herz offen auf der Zunge.

Ich finde es ist allerhöchste Zeit, dass unsere Welt viel mehr diese Art von Führung sieht und kennenlernt.

Musik: Saul Williams, Dance, Volcanic Sunlight, 2011, youtube

Beitragsbild: Katrin Pauline Müller

von

hallo! Ich bin Katrin. In unserer dualen Welt gibt es immer wieder sehr magische Momente, in denen sich der unendlich weite Raum öffnet. Diesen Raum möchte ich mit Worten, Bildern und Musik erforschen, berühren und beschreiben.

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