Science Fiction noir.

Diesen Text habe ich für mittwochs.online geschrieben.

Kalifornien im Jahr 2049 ist düster, dunkel und extrem.
Echte Pflanzen und Tiere gibt es nicht mehr und die bestehende Mauer zwischen Menschen und Replikanten ist unsichtbar und überflüssig.
Gibt es überhaupt noch Menschen?

Dafür gibt es Hologramme, die wie Menschen fühlen und ein Kind, von einer Replikantin geboren.
„Geboren und nicht gemacht“. Ein Wunder, das versteckt wurde und unterschiedliche Sehnsüchte und Hoffnungen der Protagonisten spiegelt und nährt.

Alle Wesen im Film sehnen sich nach etwas Realem, nach Kontakt, nach Schönheit und nach Freiheit.

Der neue Blade Runner von Dennis Villeneuve greift den ersten Teil von Ridley Scott aus dem Jahr 1982 schlüssig auf und spinnt mehrere Handlungsstränge klar, fein und sehr bild- und musikgewaltig weiter.
Die Umweltkatastrophe ist schon passiert, KI ist Normalität, Angst um (bestehende) Macht ist nach wie vor Thema und in einer Welt aus Illusion kann die Unterscheidung von Wirklichkeit und Simulation sowohl zur Hoffnung als auch zur Zerstreuung dienen.

Das reale und menschliche im Mensch ist kostbarer und rätselhafter denn je.
Besonders Erinnerungen und Empathiefähigkeit sind ein Gut nach dem Menschen und Replikanten suchen.

Wirkliche, reale Erinnerungen sind kraftvoll wegen der darin gebundenen Emotionen, die jedes Wesen berühren und an Sehnsüchte erinnern sobald es damit in Kontakt kommt.

Der Blockbuster mit Ryan Gosling, Harrison Ford und Robin Wright ist ungewöhnlich nachdenklich und politisch für Hollywood. Der große materielle Erfolg wird das wahrscheinlich nicht werden und auch das ist ein bewusst in Kauf genommenes Risiko.
Schon wie im Film „Arrival“ (2017) zeigt Regisseur Villeneuve ein Science Fiction-Thema ungemein komplex, poetisch und klug auf.

Und eben sehr menschlich.
Eine Qualität die zwar programmiert werden kann und doch ihre Kraft aus Reflektion und Emergenz bezieht.
Grund genug, um auf dem Marktplatz von New Work eine essentielle Zutat zu sein.

Hier ist der Trailer.

Beitragsbild:
Photo von Efe Kurnaz auf Unsplash

von

hallo! Ich bin Katrin. In unserer dualen Welt gibt es immer wieder sehr magische Momente, in denen sich der unendlich weiter Raum öffnet. Diesen Raum möchte ich mit Worten, Bildern und Musik erforschen, berühren und beschreiben.

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