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Kommunikation und Wahrnehmung sind wichtige Werkzeuge für Menschen.
Fürs Überleben und fürs Lernen.

Was spüre ich?
Was sehe, rieche, höre ich?
Wie und was drücke ich damit aus?
Über Worte, Tränen, Lachen, verschränkte Arme, meinen Hautton oder über einen tiefen Atemzug?
Über Musik, Texte, Theater, ein Kleidungsstück, Schmuck, meine Wohnung, meine Stimme?
Über Bewegung.

Eine Freundin schickte mir kürzlich dieses wunderschönes Lied von Feathered Sun
Ich habe es rauf und runter gehört.
Auch auf dem Balkon.
Ich hatte den Eindruck, dass meine sehr musikalischen Nachbarn sich gefreut haben.
Menschen, Kastanie und Hortensie.
Zustimmendes, lässiges Kopfnicken hab ich gespürt.
Genau im Takt.

Auch meine Freundin wollte kommunizieren.
Über das, was in ihrem Leben passiert.
Wie sie sich fühlt.
Über das Lied hat sie das für mich klarer gemacht als über die Worte, die sie dem Lied beigefügt hatte.
Sie weiß wie sehr ich Musik liebe.
Sie hat mich toll wahrgenommen und über ein Medium mit mir kommuniziert das ich verstehe.
Bewusst oder unbewusst wäre die Feinheit davon.

Bäume und Pflanzen sind wahre Künstler was Kommunikation und Wahrnehmung angeht.
Sie können ja nicht wegrennen oder beißen.
Also kommunizieren sie auf vielfältige Art und Weise.
Sie checken Feuchtigkeit, Gewicht, Duftstoffe, Nährstoffe, Licht.
Und ob eine Pflanze, die sie berührt fremd oder artbekannt ist.
Sie signalisieren über Proteine und Enzyme ob sie Hilfe brauchen und kommunizieren darüber mit anderen Pflanzen und mit Tieren.
Die Tabakpflanze hört sich besonders gewandt und ausdrucksstark an.
Dieser Artikel bezeichnet sie gar als „Quasselstrippe“

Dass Rittersporn einen anderen Spirit als Wilder Tabak hat ist klar, oder?

Oberhalb der Erde liefern sich Bäume und Pflanzen einen ähnlich kapitalistischen Kampf wie Menschen.
Wer bekommt mehr Licht, wer hat einen Balkon, wer bekommt den geileren Job, den besseren Mann und das klarste Wasser?
Auf Kosten eines Vorteils sind Pflanzen nicht zimperlich.
Schwächere Pflanzen sind einfach irgendwann nicht mehr da.

Forscher behaupten, dass sich unter den Bäume echte Freundschaften erkennen lassen.
Diese achten wohl beim Wachsen schon darauf, dass nicht zu dicke Äste in Richtung ihres Freundes gebildet werden.
Möchten sich nichts wegnehmen und bilden dickere Kronenteile nur nach außen hin zu Nicht-Freunden.

Unter der Erde wird anders kommuniziert.
Mehr um sich zu unterstützen, wichtige Infos zu teilen oder um nach Hilfe zu fragen.
Auch mit Nicht-Freunden.
Hier ist der Wald ein Organismus, der um eine Gemeinschaft weiß, die er braucht um zu überleben.
Hier ist die Struktur etwas sozialer als weiter oben.
Standortungerechtigkeiten werden ausgeglichen und in Balance gehalten.

Auch Menschen sind auf Gemeinschaft angewiesen.
Und auf Verbindung zu Allem
Jetzt ist bewusst oder unbewusst keine Feinheit mehr.
Sondern eine Notwendigkeit.

Beitragsbild: Botanischer Garten, Katrin Pauline Müller, Mai 2017
Musik: https://soundcloud.com/beso-kankia/feathered-sun-ocean-tree-original-mix
Text: ZEIT, „Das Flüstern der Föhren“, Burkhard Straßmann, 05.Juni 2014
Text: Zeiten Schrift Nr 84, „Das Geheimnis der Bäume“

von

hallo! Ich bin Katrin. In unserer dualen Welt gibt es immer wieder sehr magische Momente, in denen sich der unendlich weiter Raum öffnet. Diesen Raum möchte ich mit Worten, Bildern und Musik erforschen, berühren und beschreiben.

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