Umentschieden

»Aber du hast dich doch entschieden!«
Fassungsloser Blick.
Trifft mich im Genick.
Ich ducke mich unmerklich und ziehe den Kopf ein.

»Ja, aber die Auswahl war nicht da.«
Fang‘ an mich zu erklären und die Worte bleiben mir im Hals stecken.
Ich will mich am liebsten verstecken.
Finde es beschämend, meine Wahl.

Stille.
Und ich atme.
Ich lass meinen Nacken wieder los und ich bin klar und da.
»Nee, das war nicht mein freier Wille.
Ich hätte es anders gemacht.
Und deshalb mach‘ ich’s jetzt so.
Bin schlauer aus der kurzen Erfahrung, so!«
Stille.

»Aber du hast dich so entschieden!«
Heißt das, es darf nicht verändert werden?
Heißt das, es darf nicht angepasst werden?
Darf sie nicht glücklich sein?
Denn, ich habe für sie entschieden.
Dachte, sie ist zu klein dafür.

Sie hatte sich so entschieden.
Sie war ganz klar.
Ganz ohne eine Erfahrung dazu
hatte sie diesen Wunsch.
»Glückwunsch zu dieser Tochter!«

»Ich hab’s mir anders überlegt!«
Sie darf auch entscheiden.
Sie soll ihren freien Willen spüren.
Sie möchte glücklich sein.
»Aber eine Katze und einen Hund möchte ich trotzdem nicht.«

Für Ruby.

Beitragsbild:
unsplash-logoKristopher Roller

von

hallo! Ich bin Katrin. In unserer dualen Welt gibt es immer wieder sehr magische Momente, in denen sich der unendlich weite Raum öffnet. Diesen Raum möchte ich mit Worten, Bildern und Musik erforschen, berühren und beschreiben.

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